Archiv

 

Anwendung Galtschutz bzw. Zitzenversiegler
Milchprobenresultat: steril - weshalb?
Spatenstich
Staphylokokkus aureus
Ketose
Lungenwürmer
Entwurmung
BVD
Medikamentenverabreichung
Anleitung zur korrekten Milchprobenentnahme
Harnsteinerkrankung bei Schaf und Ziege
Urner planen moderne Grosstierpraxis
Tierseuchenüberwachung
Vitamin-E/Selenmangel
Landrat ebnet Weg für Grosstierklinik
Bald nur noch eine Grosstierarztpraxis

25.07.2017
08.07.2016
25.06.2016
08.02.2016
08.02.2016 08.02.2016
20.10.2015
16.10.2015
16.09.2015
07.08.2015
02.04.2015
04.03.2015
27.02.2015
01.02.2015
22.11.2014
31.08.2013

 
 

 Anwendung Galtschutz bzw. Zitzenversiegler

25.07.2017

 

Anleitung


 

 Milchprobenresultat: steril - weshalb?

08.07.2016


Wenn unser Labor in ihrer Milchprobe trotz hoher Zellzahl/positivem Schalmtest, keine relevanten Mastitiserreger kultivieren konnte, gibt es folgende mögliche Gründe dafür:

- intermittierende Ausscheidung (im Moment kein Erreger kultivierbar)
- keine bakterielle Ursache (Virus, systemische Erkrankung, externe Reizung)
- Erreger bereits abgetötet, obwohl Zellzahl noch erhöht
- Erreger mit kulturellen Spezialanforderungen (Clostridien, Listerien, Chlamydien, Mykoplasmen)
- Erregerkonzentration in der Probe zu gering
- Coliforme Keime, bereits zerfallen (Endotoxine)
- Desinfektionsmittel für Zitzenreinigung ist in Milchprobe gelangt
- ungenügene Anrüstung vor der Probenentnahme
  (Milch nur aus Zitzenzisterne ist nicht repräsentativ für gesamten Drüsenbereich)
- Hemmstoff in Milchprobe (Absetzfristen beachten)


 

 Spatenstich für neue Tierarztpraxis

25.06.2016


Am vergangenen Freitag, 24. Juni 2016, fand auf dem Areal der ehemaligen Green Power Uri AG der offizielle Spatenstich für die neue Tierarztpraxis statt. Die definitive Baubewilligung ist vor kurzem eingetroffen und dem Gemeinschaftsprojekt mit der neuen Radsporthalle steht somit nichts mehr im Weg.


Foto von: Marlène Marty
Auf dem Bild v.l.n.r: Jörg Wild, Urs Kälin, Anton Arnold, Patricia Stadler, Thomas Stadler, Jonas Gerig, Claudio Zotter, Yves Gnos, Monica Lussmann, Hans Hofstetter, Reto Scheiber

Artikel im Urner Wochenblatt vom 25.06.16
Artikel im Urner Wochenblatt vom 29.06.16

 
 

 Staphylokokkus aureus

08.02.2016

Staphylokokkus aureus Mastitis - Gibt es Lösungen?

 
 

Ketose

08.02.2016

Ketose Risikokarte

 
 

 Lungenwürmer

08.02.2016

Lungenwürmer - Bekämpfung mit Schluckimpfung

 
 

Entwurmung

20.10.2015

Entwurmung beim Rind

Entwurmung beim Schaf

Entwurmung beim Pferd

 
 

BVD

16.10.2015

Bovine Virus Diarrhoe BVD

Erhöhte Wachsamkeit nach der Rückkehr der Tiere von der Sömmerung in die Betriebe: Jeder neue BVD-Fall ist ein Fall zu viel!

Seit 2008 wird die Bovine Virus Diarrhoe BVD in der Schweiz erfolgreich bekämpft. 99,8% der Schweizer Rindviehhaltungen sind heute BVD-frei. In 96% der Schweizer Milchviehhaltungen weisen die Rinder auch keine entsprechenden Antikörper auf. Das bedeutet, dass die Tiere während ihres gesamten Lebens nie mit dem Virus in Kontakt gekommen sind. Das BVD-Virus ist in der Schweiz also nahezu ausgerottet. Ganz am Ziel sind wir aber noch nicht. In der praktisch BVD-freien Rinderpopulation ist jeder neue BVD-Fall ein Fall zu viel, da sich damit das Virus erneut ausbreiten und die bisherigen Bemühungen zunichte machen kann.

Unter anderem durch das Verstellen von Tieren aus nicht BVD-freien Betrieben kam es in den letzten Jahren in verschiedenen Schweizer Rindviehhaltungen zu einer Viruseinschleppung und zu Geburten von persistent infizierten Tieren. BVD-positive Tiere können das Virus exponentiell verbreiten, was unbedingt vermieden werden muss. Dies zeigt, wie wichtig es ist, wachsam zu bleiben und als Tierhaltende ein paar einfache Verhaltensregeln zu befolgen. Dazu gehört zum Beispiel die Herkunftskontrolle beim Kauf eines Tieres. Insbesondere im Herbst, wenn viele Tiere von der Sömmerung in die Betriebe zurückkehren, ist eine hohe Wachsamkeit der Tierhaltenden hinsichtlich BVD von grosser Bedeutung.

Damit sich Rindviehhaltende diese wichtigen Verhaltensregeln vergegenwärtigen können, hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) ein Merkblatt verfasst. Darauf sind verschiedene einfache Massnahmen festgehalten, die helfen, BVD und andere Tierseuchen aus dem Betrieb fernzuhalten.

Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV

Merkblatt - So bleibt die Rindviehhaltung BVD-frei
 

Medikamentenverabreichung

16.09.2015

p.o. = peroral = ins Maul

s.c. = subkutan = unter die Haut

Mit der linken Hand am Hals eine Hautfalte abheben und die Nadel senkrecht zu dieser an der Basis der Falte unter die Haut einführen, ohne auf der Gegenseite der Hautfalte wieder mit der Nadel auszutreten.
Die Nadel sollte unter der Haut frei verschiebbar sein.
Kurz aspirieren (Spritzenkolben zurückziehen = ansaugen) um auszuschliessen, dass ein Gefäss punktiert wurde.
Anschliessend das Medikament injizieren.

Kuh

i.m. = intramuskulär = in die Muskulatur

Die Nadel wird senkrecht zur Hautoberfläche eingestochen.
Kurz aspirieren um auszuschliessen, dass ein Gefäss punktiert wurde.
Anschliessend das Medikament injizieren.

Kuh

Es versteht sich von selbst, dass nur an sauberen Stellen injiziert wird und nur saubere Spritzen und Kanülen verwendet werden.
Bei mehrtägigen Therapien wird nach Möglichkeit zwischen linker und rechter Seite abgewechselt.

 

Anleitung zur korrekten Milchprobenentnahme

07.08.2015

Um bei der bakteriologischen Untersuchung von Milchproben sinnvolle Resultate zu erhalten ist eine korrekte Entnahme der Proben unerlässlich.

Wird die Milchprobe nicht steril genommen kann es sein, dass lediglich Schmutzkeime von der Zitzenhaut oder aus der Umgebung nachgewiesen werden statt die krankmachenden Erreger im Euter.

Wichtig ist auch die Probe vor Behandlungsbeginn zu nehmen.

1. Grobreinigung des Euters Bild1
2. Die ersten 2 - 3 Milchstrahlen in einen Vormelkbecher abmelken
3. Schalmtest durchführen und protokollieren
Von allen positiven Vierteln wird i.d.R. eine gemeinsame Milchprobe entnommen (Einzelproben nur auf Anweisung).
4. Zitzentauchen mit Jod und anschliessend Zitzen abtrocknen
5. Hände gut reinigen, eventuell Einweghandschuhe anziehen
6. Zitzenkuppe mit 70 - 80 %-igem Alkohol (Desinfektionstüchlein) desinfizieren. Bei der Probung mehrerer Viertel mit der entferntesten Zitze beginnen und mit der nächststehenden Zitze enden. Bild2
7. Das Proberöhrchen mit der schwachen Hand so öffnen, dass die Innenseite des Deckels nicht berührt wird und durch die Hand vor Verschmutzung geschützt ist. Den Deckel nicht ablegen oder in den Mund nehmen! Build3
8. Das Röhrchen mit der schwachen Hand möglichst waagrecht halten, um zu vermeiden, dass Schmutzpartikel aus der Umgebung oder vom Tier ins Innere gelangen.
9. Mit der Arbeitshand die Zitze des zu probenden Viertels schräg halten und mit möglichst wenig Melkbewegungen einen kräftigen Strahl Milch ins sterile Röhrchen melken. Der Röhrchenrand darf nicht berührt werden!
Bei der Probung mehrerer Viertel mit der nächststehenden Zitze beginnen und mit der entferntesten Zitze enden.
10. Das Proberöhrchen fest verschliessen und beschriften:
  • Name und Adresse des Tierbesitzers
  • Name der Kuh
  • Angabe der beprobten Viertel (VR/VL/HL/HR)
 
11. Bitte bringen Sie die entnommenen Proben unverzüglich zur Praxis oder lagern Sie die Proben vorübergehend im Kühlschrank. Falls das Praxisbüro geschlossen ist, Milchprobe in blaue Kühlbox für Abgabemedikamente legen und auf Praxisnummer anrufen.  
Schalmtest und Milchprobenentnahme als pdf
 
 

Harnsteinerkrankung bei Schaf und Ziege

02.04.2015

Harnsteine beim kleinen Wiederkäuer

Harnsteine sind eine häufige Erkrankung beim kleinen Wiederkäuer. Die Ursache liegt in einer Verstopfung der Harnröhre durch Struvit-, Kalziumkarbonat-, Kalziumoxalat- oder Silikatkonkremente mit nachfolgender Harnabflussstörung und daraus resultierender Nierenschädigung sowie dem klinischen Bild einer Harnvergiftung. Dies kann rasch zum Tode des Tieres führen, insbesondere wenn es zu einem Riss in der Harnblase oder Harnröhre kommt.

Ursache
Störungen der Löslichkeitsverhältnisse im Harn können infolge Salzausfällung zur Bildung von Harnsteinen führen. Krankheitserscheinungen treten allerdings nur dann auf, wenn die Steine in der Harnröhre stecken bleiben. Infolge der schmalen Harnröhre sind vorwiegend männliche Tiere betroffen, bei denen sich die Harnsteine an Prädispositionsstellen wie dem Harnblasenhals, der Umschlagstelle der Harnröhre am Sitzbeinausschnitt, der s-förmigen Kurve oder dem Harnröhrenfortsatz ablagern. Beim weiblichen Tier sind die Harnwege kurz und weisen einen weiten Durchmesser auf, was die Ausschwemmung der gebildeten Steine beim Harnabsatz ermöglicht. Dennoch gibt es vereinzelt auch Fälle von Harnsteinerkrankungen beim weiblichen kleinen Wiederkäuer.
Als Ursache der Harnsteinbildung sind verschiedene prädisponierende Faktoren beschrieben.
Die Fütterung stellt den bedeutendsten äusseren Einflussfaktor für die Entstehung von Harnsteinen dar: Hohe Getreideanteile in der Ration führen zur Entwicklung von Struvitsteinen. Denn ist das Kalzium-Phosphor-Verhältnis kleiner als 2:1, wird mehr Phosphat im Harn ausgeschieden und führt somit zur Konzentrierung des Harnes. Ausserdem enthalten Getreide vermehrt Mukoproteine, die der Steinentstehung als Grundlage dienen.
Werden hingegen grosse Mengen an Luzerneheu, Klee und Zuckerrübenblattsilage gefüttert, führt dies zu einem sehr weiten Kalzium-Phosphor-Verhältnis und begünstigt so die Bildung von Kalziumkarbonat- und Oxalatsteinen.
Ein weiterer wichtiger Faktor stellt eine geringe Wasseraufnahme dar. Eine verminderte Tränkeaufnahme führt zu einer reduzierten Harnbildung und somit zur Konzentrierung vom Harn, was der Harnsteinentstehung förderlich ist. Faktoren wie Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, Trockenzeiten oder Probleme mit der Selbsttränke begünstigen die akute klinische Manifestation der Erkrankung. Es ist daher wichtig, dass den Tieren Wasser uneingeschränkt zur Verfügung steht. Zusätzlich können täglich 100 g Salz/100 kg Körpergewicht verabreicht werden, um die Wasseraufnahme zu steigern und somit eine Verdünnung des Harnes zu erreichen.
Schliesslich sind auch Stresssituationen (Transporte etc.) mögliche Auslöser für die Harnsteinerkrankung bei Schaf und Ziege, da es dabei zu einer Verkrampfung der Harnröhre kommen kann.

Klinische Erscheinungen
Typisch ist das plötzliche Auftreten von Symptomen. Dies sind extremes Unbehagen, Zähneknirschen und heftige Kolik (Unruhe, Schlagen mit den Hinterbeinen, Auf- und Niedergehen). Ebenfalls zum Krankheitsbild zählen Anzeichen erschwerten Harnabsatzes, dies äussert sich in häufigem Einnehmen der Harnabsatzstellung, wiederkehrendes Durchbiegen des Rückens und Trippeln. Harnabsatz ist meist nicht mehr oder nur tropfenweise möglich. Um dies zu überprüfen kann dem erkrankten Tier ein Tuch um den Bauch gebunden werden. Bleibt es innert wenigen Stunden trocken oder nur angefeuchtet, ev. mit Blutspuren verschmutzt, ist der Verdacht für eine Verstopfung der Harnröhre bestätigt.


Foto von: Karl Nuss, Departement Nutztiere, Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich

Behandlung
Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist die frühzeitige Beseitigung der Obstruktion. In leichten Fällen kann die Verabreichung von krampflösenden Medikamenten bereits den gewünschten Erfolg bringen. Je nach Lokalisation und Schweregrad werden aber verschiedene chirurgische Methoden, wie die Amputation des Harnröhrenfortsatz, das Einsetzen eines Ballonkatheters in die Harnblase oder eine Eröffnung der Harnröhre mit direkter Abflussmöglichkeit nach aussen, angewendet. Das wesentliche Ziel der Behandlungsmassnahmen bei einer klinisch manifesten Harnsteinverstopfung muss die rasche Wiederherstellung des Harnflusses sein. Je schneller der Harnfluss wieder hergestellt ist und je geringer die Schädigung der Nieren ist, desto besser ist die Prognose.

Prophylaxe
Zusammengefasst empfiehlt es sich viel Heu zu füttern, Kraftfutter zu reduzieren und allgemein die Futtergabe, insbesondere des Kraftfutters, auf mehrmals am Tag zu verteilen. Das Kalcium-Phosphor-Verhältnis der Ration sollte 2.5 : 1 betragen.
Ausserdem ist sicherzustellen, dass den Tieren Wasser und Viehsalz uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Bei sehr kalter Witterung empfiehlt es sich zwei Mal pro Tag leicht temperiertes Wasser anzubieten.

 
 

Urner planen moderne Grosstierpraxis

04.03.2015

ALTDORF - Ob Knochenbruch oder Kaiserschnitt: Bald sollen in der Nähe der ARA Nutztiere operiert werden. Das geplante Ambulatorium nimmt in Kürze einen wichtigen Schritt.

Die beiden Urner Tierärzte Thomas Stadler und Hans Hofstetter haben ein grosses Ziel: Sie wollen in Altdorf eine moderne Grosstierpraxis mit Ambulatorium bauen. Dort soll es künftig möglich sein, Kühe, Pferde oder andere Nutztiere zu operieren. Die beiden Tierärzte haben zu diesem Zweck 2013 die Gross- und Nutztierpraxis Uri AG gegründet. Nun kommt die AG ihrem Ziel einen wichtigen Schritt näher. Gemäss Recherchen unserer Zeitung werden der Kanton und die AG demnächst eine Leistungsvereinbarung unterzeichnen. Damit könnten die Tierärzte bei einem Baugesuch öffentliches Interesse geltend machen, womit einer Baubewilligung kaum mehr etwas im Wege stünde.

Das erwähnte Baubewilligungsgesuch für das schätzungsweise 1 bis 1,5 Millionen Franken teure Projekt möchten Stadler und Hofstetter sobald als möglich einreichen. «Wenn alles gut läuft, wollen wir in anderthalb bis zwei Jahren am neuen Standort einziehen», betont Stadler.

Das neue Ambulatorium soll im Areal des ehemaligen Biomassenkraftwerks der Green Power Uri AG zu stehen kommen. Die Biogasanlage bei der ARA Altdorf brannte im Herbst 2012 nieder (unsere Zeitung berichtete). Seither wird die Parzelle, auf der noch immer einen Teil der Brandruine zu sehen ist, nicht mehr genutzt. Das Elektrizitätswerk Altdorf hatte 2008 die Parzelle für 30 Jahre im Baurecht erworben. Nun möchte die Gross- und Nutztierpraxis Uri AG die frei gewordene Parzelle übernehmen - voraussichtlich ebenfalls im Baurecht.

Das vorgesehene Gelände befindet sich aktuell in der so genannten Zone für öffentliche Werke. Und das ist die Knacknuss des Projekts. In dieser Zone können nur Gebäude erstellt werden, die im Interesse der Öffentlichkeit gebaut werden. Urs Rieder, Präsident der Altdorfer Baukommission, erklärte auf Anfrage, dass die Baukommission der Gemeinde Altdorf «im Rahmen einer Voranfrage auch keine Möglichkeit für eine Grosstierpraxis in diesem Gebiet gesehen hat». Für Rieder ist klar: «Mit der neuen Ausgangslage, und sofern wir nochmals eine Anfrage erhalten, werden wir die Angelegenheit neu beurteilen.» Das könnte unter Umständen schon bald der Fall sein.

Stadler und Hofstetter führen zusammen mit vier weiteren angestellten Tierärzten die einzige Grosstierpraxis im Kanton – ohne zweckgemässe Räumlichkeiten. Das Ambulatorium ist seit längerer Zeit ein Wunsch der beiden Initianten. Doch möglich ist ein solches erst seit der vom Landrat im November 2014 beschlossenen Änderung der Landwirtschaftsverordnung. Diese Änderung sieht vor, dass der Regierungsrat neu mit Dritten – wie eben der Gross- und Nutztierpraxis Uri AG – Leistungsvereibarungen zur Sicherstellung der veterinärmedizinischen Versorgung abschliessen kann.

«Der Standort bei der ARA Altdorf wäre einfach ideal», sagt Stadler. Die Kläranlage sei zentral gelegen und nahe an der Autobahnausfahrt. «So sind auch Bauern aus dem Urner Oberland mit ihren Viehanhängern schnell bei uns», so Stadler. Zudem befinden sich bei der Kläranlage auch gleich noch eine Notschlachtstelle und sowie eine Kadaversammelstelle. Und was für Stadler am Wichtigsten ist: «Der Standort liegt ausserhalb von Wohnzonen. Denn eine solche Grosstierpraxis kann man nicht mitten in einem Wohngebiet bauen.»

Bis jetzt gibt es im Kanton Uri kein Ambulatorium, wo Tierärzte Operationen an Kühen oder Pferden vornehmen können. «Kleinere Operationen wie Kaiserschnitte und andere Routineeingriffe führen wir direkt bei den Bauern in den Ställen aus», sagt Stadler. «Doch die Licht- und Platzverhältnisse sind auch nicht immer überall ideal. Dazu komme, dass Operationen in den Ställen immer mit grossem Aufwand verbunden seien, weil die Tierärzte relativ viel Material mittransportieren müssen. «Heute verbringen wir als Tierärzte im Kanton Uri viel Zeit im Auto», so Stadler.

Wegen des fehlenden Ambulatoriums müssen die Urner Tierärzte zudem kompliziertere Fälle heute dem Tierspital Zürich überweisen. «Deshalb finden wir kaum junge Assistenzärzte, die im Kanton Uri Erfahrungen sammeln wollen», sagt Stadler. «Junge Ärzte wollen schliesslich nicht nur Routineeingriffe machen, sondern viel mehr lernen.»

Tierarzt Thomas Stadler versichert aber: «Auch wenn das Ambulatorium einmal stehen wird, werden wir Notfälle weiterhin bei den Bauern in den Ställen behandeln. Trotzdem ist es höchste Zeit, dass der Kanton Uri ein eigenes Ambulatorium erhält.»

Elias Bricker;
Neue Urner Zeitung Mittwoch 4. März 2015 / Nr. 52

 
 

Tierseuchenüberwachung

27.02.2015

Zur Zeit laufen wieder die jährlichen Probenentnahmen zur Tierseuchenüberwachung.
Mehr Informationen dazu:

Überwachungsprogramm 2015 (IBR, EBL, BT, Brucellose, PRRS, Aujeszky)
Die Überwachung der Bovinen Virus Diarrhoe (BVD)

 
 

Vitamin-E/Selenmangel

01.02.2015

Die Selenunterversorgung der Böden ist ein weltweites Problem, regional aber unterschiedlich. In der Schweiz sind die Böden generell arm an Selen. Besonders auf sauren Böden ist die Pflanzenverfügbarkeit von Selen tief. Futter, das darauf wächst, enthält folglich auch tiefe Selengehalte und kann den Selenbedarf unserer Nutztiere nicht decken.
Ebenfalls bestimmt die Pflanzenart den Selengehalt. Beispielsweise weisen leguminosenreiche Bestände einen höheren Selengehalt auf. Mais und Grassilage dagegen enthalten wenig Selen.

Selen spielt eine lebenswichtige Rolle im Stoffwechsel der Wiederkäuer. Es stellt ein optimales Wachstum sicher, ist unabdingbar in der Fruchtbarkeit, neutralisiert freie Radikale und unterstützt das Immunsystem zur Krankheitsbekämpfung.

Ein Mangel äussert sich bei neugeborenen Kälbern meist nur in Trinkschwäche und allgemein fehlender Vitalität (schwach, häufiges Liegen). Bei älteren Kälbern und Rindern tritt die sogenannte Weissmuskelkrankheit auf, die zwei Verlaufsformen hat: eine meist akut tödlich verlaufende Form (plötzliche Todesfälle, ansonsten Herzrhythmusstörungen und Atemnot) und eine Skelettmuskelform (steifer Gang, aufgekrümmter Rücken, Schwäche, Muskelzittern).


Video
Kalb kann zunächst nicht aufstehen. Später bleibt das Tier nur für kurze Zeit zitternd stehen.



http://www.rinderskript.net/skripten/b9-6.html

Bei Kühen kommt es vermehrt zu Nachgeburtsverhalten und Fruchtbarkeitsstörungen. Erhöhte Mastitisanfälligkeit kann auch ein Anzeichen für Selenmangel sein.

Eine sichere Diagnose des Versorgungsstatus mit Spurenelementen ist über Blutproben möglich.
Es empfiehlt sich eine Standortbestimmtung im Betrieb durchzuführen.

Das weitere Vorgehen im Falle einer Mangelversorgung ist mit dem Tierarzt zu besprechen.
Mögliche Massnahmen beinhalten Injektionen von Tocoselenit (Vitamin E und Selen) unter die Haut. Zu empfehlen ist eine Behandlung aller Tiere, insbesondere auch der Jungtiere. Galtkühe sind gezielt ein bis zwei Monate vor dem Abkalben mit einer Seleninjektion zu behandeln. Ausserdem ist es ratsam einen Mineralstoff mit hohem Selengehalt (z.B. Mineravit) zu füttern.

 
 

Landrat ebnet Weg für Grosstierklinik

22.11.2014

Mit der Änderung der Landwirtschaftsverordnung hat der Urner Landrat den Weg für eine Grosstierpraxis mit Ambulatorium geebnet. Bereits liegen konkrete Pläne mit zwei interessierten Tierärzten vor.

Läuft alles nach Plan, werden Nutztiere – hier bei einer Impfung – dereinst in einer Grosstierpraxis mit Ambulatorium versorgt.
Foto: Archiv UW

Eine Grosstierpraxis mit Ambulatorium an einem zentralen Standort. Diesen Plan hegen Thomas Stadler und Hans Hofstetter schon lange. Nun nimmt die Vision der beiden Tierärzte eine weitere Hürde. Mit der Änderung der Landwirtschaftsverordnung durch den Landrat besteht nun die Möglichkeit, für die geplante Grosstierpraxis mit Ambulatorium eine Leistungsvereinbarung mit dem Kanton einzugehen. Eine solche Vereinbarung mit Hans Hofstetter und Thomas Stadler sei bereits in Planung, wie Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind auf Anfrage erklärt. Diese dürfte den beiden Tierärzten eine grosse Hilfe sein dürfte. Der Grund: Mit einer Leistungsvereinbarung im Rücken können die beiden ein öffentliches Interesse geltend machen – ein Vorteil, der beim bevorzugten Standort der Grosstierklinik entscheidend sein könnte.

Mehr dazu in der Ausgabe vom Samstag, 22. November 2014.

Carmen Epp

 
 

Bald nur noch eine Grosstierarztpraxis

31.08.2013

Die beiden Grosstierpraxen Stadler und Hofstetter fusionieren. Damit soll die tierärztliche Versorgung im Kanton Uri erhalten bleiben. Geplant ist auch ein kleines Ambulatorium.

Die beiden Tierärzte Hans Hofstetter (links) und Thomas Stadler arbeiten in Zukunft enger zusammen und haben die Gross- und Nutztierpraxis Uri AG gegründet.
Foto: Doris Marty

Die beiden Tierarztpraxen Hans Hofstetter und Thomas Stadler fusionieren und haben die Gross- und Nutztierpraxis Uri AG gegründet. Ab 1. September gibt es im Kanton Uri nur noch eine einzige Grosstierpraxis. «Eine langfristige Planung sowie die Sicherstellung der tierärztlichen Versorgung waren der Grund für diese Zusammenlegung», erklärt Tierarzt Thomas Stadler. Die neu gegründete Nutz- und Grosstierpraxis wird vorläufig an der Klausenstrasse in Bürglen weitergeführt. In den vergangenen Jahren seien viele Faktoren dazugekommen, die eine optimale tierärztliche Grundversorgung der Nutztiere gefährdet hätten. Mit der Gründung der Gross- und Nutztierpraxis Uri AG ist ein Teil einer langfristigen Planung erfüllt. In einem zweiten Schritt beabsichtigen Hans Hofstetter und Thomas Stadler eine neue, moderne Grosstierpraxis an einem zentralen Standort mit Ambulatorium zu betreiben.

Mehr dazu in der Ausgabe vom 31. August des Urner Wochenblatts.